Wer richtig zuhört, erfährt Neues und achtet auf Details. Wer Mitarbeitern und Arbeitskollegen richtig zuhört, fördert die Problemlösekompetenz. Doch wie geht das, richtig zuhören?

Ablenkungen vermeiden

Richtiges Zuhören erfordert die volle Konzentration. Doch in der heutigen Zeit lauern überall digitale Ablenkungen. Beim Meeting liegt das Handy auf dem Tisch. Beim Gespräch geht der Blick immer wieder zum Tablet, wenn eine neue Mail ankommt. Wenn Sie glauben, dass Sie multitaskingfähig sind, dann vergessen Sie es. Unser Gehirn kann sich immer nur einer Sache widmen. Legen Sie diese Geräte also weg oder schalten Sie sie aus. Legen Sie alles weg, was das bewusste Zuhören stört. Wenden Sie den Körper und die Aufmerksamkeit dem Sprechenden zu.

Tipp 3

Es klingt einfach, testen Sie, ob Sie es schaffen: Legen Sie alle Ablenkungen beiseite, richten Sie Ihren Fokus dem Sprecher zu, ohne Wenn und Aber.

Tipp 4

Erwischen Sie sich dabei, wie Sie mit den Gedanken abwandern, lenken Sie Ihre Konzentration zurück zum Sprechenden. Dies verlangt Übung und Durchhaltevermögen. Es wird sich aber bezahlt machen. Sie werden mehr Informationen aufnehmen und mehr Zwischentöne heraushören.

Reaktionen, die Sie beim Zuhören unterlassen sollten

Bis hierher ging es darum, die Grundlage für richtiges Zuhören zu legen. Jetzt folgen einige Reaktionen und Verhaltensweisen, die Sie während des Gesprächs unterlassen sollten. Das sind Reaktionen, die verhindern, dass der Dialog in die Tiefe geht, sich Beziehungen vertiefen, Emotionen erkannt und aufgefangen werden. Reaktionsweisen, die dem Erzähler den Raum nehmen, den er für seine Ausführungen bräuchte.

Ratschläge erteilen

Führungskräfte definieren ihre Arbeit oft dadurch, dass sie anderen Ratschläge geben. Sie tun das ständig und ungefragt. Jedoch machen dies nicht nur Führungskräfte, auch ‘Normalsterbliche’ haben sich das angewöhnt. Doch wie kommt das bei den Mitarbeitern und Mitmenschen an? Die Mitarbeiter lernen, dass die Führungskraft jedes Problem für sie löst, auch wenn es noch so klein ist. Die Mitarbeiter werden sich so entwickeln, dass sie auch bei jeder kleinen Herausforderung das Gehirn abschalten und zu ihrer Führungskraft kommen. Erteilen Sie deshalb keine Ratschläge, wenn Sie dazu nicht aufgefordert werden. Werden Sie um Rat gefragt, überlegen Sie erst, ob es sich um ein echtes Problem handelt, um Denkfaulheit oder mangelndes Wissen.

Tipp 5

Warten Sie einfach mit einem Ratschlag, bis Sie darum gebeten werden. Sie werden damit mehr erreichen, als sofort mit der Antwort zur Stelle zu sein.

Bagatellisierung

Wenn Sie Schilderungen Ihrer Mitmenschen bagatellisieren und als eine Kleinigkeit darstellen, verliert die betreffende Person Selbstwirksamkeit. Vor allem junge Menschen bekommen dann leicht den Eindruck, dass sie die großen Probleme nicht lösen werden, wenn sie schon bei den kleinen Herausforderungen nicht weiter kommen. Hier ist die wertfreie Aufnahme der Darstellung ratsam und die Erkenntnis, dass nicht alle den gleichen Zugang zu Problemen und deren Lösungen haben.

Tipp 6

Bringen Sie mehr Akzeptanz in Ihr Zuhören und vermeiden Sie die Bewertung der Situation. Dann werden Sie Darstellungen und Probleme Ihrer Mitarbeiter deutlich weniger als Bagatelle abtun.

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