{"id":11383,"date":"2020-10-21T07:30:05","date_gmt":"2020-10-21T05:30:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.eckert-seminare.ch\/?p=11383"},"modified":"2020-08-12T15:27:20","modified_gmt":"2020-08-12T13:27:20","slug":"lernen-sie-nein-zu-sagen-grenzen-setzen-im-beruf-ohne-zu-verletzen-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eckert-seminare.ch\/fr\/lernen-sie-nein-zu-sagen-grenzen-setzen-im-beruf-ohne-zu-verletzen-23\/","title":{"rendered":"Lernen Sie, Nein zu sagen: Grenzen setzen im Beruf, ohne zu verletzen (2\/3)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fast \u00fcberall gibt es ihn \u2013 den hilfsbereiten und durch und durch netten Kollegen, der niemals \u201eNein\u201c sagen kann. Er ist gerade bei seinen Mitarbeitern h\u00f6chst beliebt, \u00fcbernimmt er doch gerne mal etwas Arbeit und macht dadurch vor allem das Leben der Kollegen leichter. Doch obwohl sich dies zun\u00e4chst etwas ungew\u00f6hnlich anh\u00f6rt, ist diese Haltung nicht f\u00f6rderlich f\u00fcr die Karriere, sondern kann sie sogar behindern. Nur, wie genau funktioniert dieses Nein sagen eigentlich?<\/strong><\/p>\n<h2>Schritt f\u00fcr Schritt zum bestimmten \u2013 aber h\u00f6flichen \u2013 \u201eNein\u201c<\/h2>\n<p>Der erste Schritt, um aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen, ist zun\u00e4chst einmal das Erkennen der aktuellen Situation. Erst, wenn Sie sich im Klaren dar\u00fcber sind, dass Sie in die klassische Entscheidungsfalle geraten sind, k\u00f6nnen Sie Schritte einleiten, um dort wieder herauszukommen.\u00a0<strong>Dabei sollten Sie zun\u00e4chst versuchen, zu ergr\u00fcnden, welcher individuelle Grund Sie \u00fcberhaupt erst in diese Situation gef\u00fchrt hat,<\/strong>\u00a0damit dies in Zukunft vermieden werden kann:<\/p>\n<p><strong>a) Helfersyndrom<\/strong><\/p>\n<p>Hinter dem klassischen Helfersyndrom stecken gleich mehrere Gr\u00fcnde und so lieben manche Menschen das Gef\u00fchl, gebraucht zu werden. Werden sie von Kollegen und Vorgesetzten regelm\u00e4\u00dfig um Hilfe gebeten, so zeigt dies ihre eigene Unersetzbarkeit, weshalb sie jede Bitte bejahen und sich mit ihren falschen Vorstellungen so langsam aber sicher in die Gef\u00e4lligkeitsfalle begeben.<\/p>\n<p><strong>b) Minderwertigkeitsgef\u00fchle<\/strong><\/p>\n<p>Ein anderer, h\u00e4ufiger Grund liegt in vorhandenen Minderwertigkeitsgef\u00fchlen, die durch das Annehmen von s\u00e4mtlichen Anfragen kompensiert werden sollen.<\/p>\n<p>Allerdings handelt es sich hier ebenfalls um eine falsche Denkweise, denn obwohl es zwar kurzfristige Anerkennung und positive Reaktionen vom Chef oder den Kollegen gibt, f\u00fchrt dies in der Regel zu einer klassischen Abw\u00e4rtsspirale: Die vielen Gef\u00e4lligkeiten summieren sich schnell, wodurch die eigene Arbeit leiden wird und damit schwindet wiederum die Anerkennung. Das f\u00fchrt dazu, dass jede Anerkennung als besonders angesehen wird und weitere Bitten bejaht werden \u2013\u00a0<strong>so entsteht ein Teufelskreis, der sich immer weiter hochschaukelt und letztendlich in massivem Stress oder sogar Burnout endet.<\/strong><\/p>\n<p><strong>c) Verantwortungsgef\u00fchl<\/strong><\/p>\n<p>Ein anderer Grund, warum Sie in diese Entscheidungsfalle geraten k\u00f6nnten, ist ein falsches Gef\u00fchl von Verantwortung: Der neue Kollege kommt einfach nicht mit dem System zurecht und macht st\u00e4ndig Fehler? Oder steht bei einem Mitarbeiter eine Pr\u00e4sentation an, doch bisher ist diese alles andere als vorzeigbar?\u00a0<strong>Viele Menschen m\u00f6chten in so einer Situation nett sein, helfen und \u00fcbernehmen Teile der Arbeit<\/strong>\u00a0\u2013 doch nicht selten handelt es sich hierbei nur um eine manipulative Masche der Kollegen.<\/p>\n<p>Wer regelm\u00e4\u00dfig auf diese Art und Weise nach Hilfe sucht, der hat bereits erkannt, dass Sie auf diesen Trick hereinfallen. Es ist vollkommen in Ordnung, entsprechende Fragen abzulehnen, schlie\u00dflich m\u00fcssen Sie selbst Ihre Arbeit erledigen und sind nicht f\u00fcr die schlechte Zeiteinteilung oder Fehler Ihrer Mitarbeiter verantwortlich.<\/p>\n<p><strong>d) \u201eIch m\u00f6chte nichts verpassen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Satz wird immer wieder als Grund genannt, warum Menschen nicht Nein sagen k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen bis morgen ein Projekt fertigstellen, doch die Kollegen m\u00f6chten Sie auf ein Bier einladen? Oder gilt es noch wichtige Anrufe zu erledigen, doch die Mitarbeiter treffen sich im Caf\u00e9 gegen\u00fcber auf einen kurzen Snack? Es ist nicht immer einfach, in solchen Situationen ein \u201eNein\u201c zu verwenden, denn schlie\u00dflich besteht die M\u00f6glichkeit, dass Sie spannende oder lustige Situationen verpassen k\u00f6nnten, an denen alle anderen Kollegen beteiligt waren.\u00a0<strong>Viele Menschen haben zudem Angst davor, als \u201cSpalter\u201d oder gar als langweilig zu gelten,<\/strong>\u00a0und lassen sich deshalb zum Feierabendbier \u00fcberreden, obwohl der K\u00f6rper den Schlaf dringend ben\u00f6tigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Doch auch hier gilt: Es ist besser, die sozialen Kontakte ruhen zu lassen und daf\u00fcr eine gute Arbeit zu liefern, als zwar das Ansehen bei den Kollegen aufrecht zu erhalten, daf\u00fcr jedoch zeitlich einfach nicht hinterher zu kommen. Letztendlich k\u00f6nnen Sie n\u00e4mlich auch an einem anderen Tag mit zum Kaffeetrinken gehen oder sich ein Feierabendbier g\u00f6nnen. Nur, wenn Sie\u00a0<strong>die richtigen Priorit\u00e4ten setzen<\/strong>, k\u00f6nnen Sie aber auch tats\u00e4chlich Karriere machen oder mit der Arbeit rechtzeitig fertig werden.<\/p>\n<p><strong>e) Wettbewerbsorientierung<\/strong><\/p>\n<p>Wir Menschen sind wettbewerbsorientiert und unsere Urinstinkte sorgen daf\u00fcr, dass wir uns st\u00e4ndig mit unseren Mitmenschen vergleichen. Gerade auf beruflicher Basis kann dies jedoch zu Trugschl\u00fcssen f\u00fchren, denn letztendlich besitzt jeder sein eigenes Tempo und ein anderes Arbeitspensum. Trotzdem kommen Schuldgef\u00fchle auf, wenn der Kollege freiwillig \u00dcberstunden macht oder zus\u00e4tzliche Projekte annimmt, w\u00e4hrend Sie selbst mit Ihren bisherigen Aufgaben zeitlich bereits gut ausgef\u00fcllt sind.\u00a0<strong>Dies f\u00fchrt oftmals dazu, dass zus\u00e4tzliche Anfragen trotzdem angenommen werden, denn schlie\u00dflich m\u00f6chte niemand im Vergleich schlechter abschneiden und weniger leisten<\/strong>\u00a0\u2013 obwohl dies gar nicht der Fall w\u00e4re. Versuchen Sie einfach, Ihren eigenen Anspr\u00fcchen zu gen\u00fcgen und sich nicht mit den Leistungen der Mitarbeiter zu vergleichen, dann f\u00e4llt auch das Nein sagen wesentlich einfacher.<\/p>\n<h2>Die Schuldgef\u00fchle \u00fcberwinden<\/h2>\n<p>Egal, wie oft Sie das Nein sagen \u00fcben oder wie oft Sie sich klar machen, dass Sie bereits ausgelastet sind, letztendlich bleibt fast immer ein Schuldgef\u00fchl zur\u00fcck, wenn Sie entsprechende Bitten ablehnen. Denn irgendwo im Hinterkopf stellt eine leise Stimme immer die Frage:<\/p>\n<p><em>\u201eIst es nicht viel zu egoistisch, einfach Nein zu sagen?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich l\u00e4sst sich diese Frage sowohl mit einem \u201eJa\u201c als auch mit einem \u201eNein\u201c beantworten, denn einerseits ist es nat\u00fcrlich egoistisch, die Anfragen von Kollegen und Vorgesetzten abzulehnen. Doch muss das nichts Schlechtes sein, denn wenn Sie versuchen, mehr zu leisten als Sie k\u00f6nnen, so wird dieser Versuch mit Sicherheit negative Konsequenzen in unterschiedlichen Formen nach sich ziehen.\u00a0<strong>Im schlimmsten Fall sehen Sie sich mit Burnout konfrontiert oder haben sogar k\u00f6rperliche Sch\u00e4den durch Schlafmangel und zu viel Stress zu bek\u00e4mpfen.<\/strong><\/p>\n<p>Somit ist ein \u201eNein\u201c als Selbstschutz zwar eine egoistische Entscheidung, die jedoch auch dem Arbeitgeber zugute kommt. Sind Sie n\u00e4mlich krank, so k\u00f6nnen Sie keine Arbeitsleistung erbringen. Letztendlich sollten Sie sich bei Bitten und Anfragen folgende Fragen stellen, bevor Sie sich daf\u00fcr oder dagegen entscheiden:<\/p>\n<ul>\n<li>Wer bittet mich eigentlich um den Gefallen und warum?<\/li>\n<li>Hilft auf lange Sicht betrachtet ein \u201eJa\u201c oder ein \u201eNein\u201c eher weiter?<\/li>\n<li>Um was genau handelt es sich eigentlich bei dieser Anfrage und kann ich das \u00fcberhaupt leisten?<\/li>\n<li>Entspricht die Bitte meinen eigenen Zielen und Werten?<\/li>\n<li>Habe ich aktuell die zeitlichen M\u00f6glichkeiten oder fehlt mir einfach die Kraft daf\u00fcr?<\/li>\n<li>Ist die Bitte im Sinne meines Arbeitgebers oder sollte ich sie nicht doch lieber ablehnen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade Letzteres ist eine nicht zu untersch\u00e4tzende \u00dcberlegung, denn hilft es dem Arbeitgeber wirklich weiter, wenn Sie die Arbeiten des neuen Kollegen \u00fcbernehmen, damit er keine Fehler macht? Oder wirkt sich das nicht langfristig betrachtet negativ auf seine Leistung aus?<\/p>\n<p>Kommen Sie weiter im Leben! <a href=\"http:\/\/www.eckert-seminare.ch\/fr\/\">www.eckert-seminare.ch<\/a> \u2013 F\u00fcr mehr Erfolg!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arbeits-abc.de\/nein-sagen\/\">Quelle<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast \u00fcberall gibt es ihn \u2013 den hilfsbereiten und durch und durch netten Kollegen, der niemals \u201eNein\u201c sagen kann. 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