• Der „Benjamin-Franklin-Effekt“ ist ein psychologisches Phänomen, das erklärt, warum manche Menschen euch noch mehr mögen, wenn sie euch einen Gefallen getan haben.
  • Der Effekt ist nach Benjamin Franklin benannt. Er nutzte ihn angeblich, um Leute für sich zu gewinnen, die ihn nicht mochten.

Wir wollen die Menschen mögen, denen wir helfen

Belege dafür, dass der Benjamin-Franklin-Effekt tatsächlich wirken kann, fanden Psychologen im Jahr 1969. Im Rahmen ihrer klein angelegten Studie konnten Freiwillige Geld gewinnen. Einem Drittel von ihnen wurde im Anschluss daran von den Assistenten im Labor erzählt, dass die Abteilung für Psychologie für die Studie gezahlt und nun kein Geld mehr hatte, und sie wurden darum gebeten, das gewonnene Geld zurückzugeben.

Ein weiteres Drittel wurde vom dem Studienleiter selbst angesprochen, der sagte, er habe persönlich die Studie gezahlt und habe nun kein Geld mehr. Auch er bat die Teilnehmenden, ihm das Geld zu geben. Das letzte Drittel durfte das Geld einfach behalten.

Das interessante Ergebnis: Die Teilnehmenden mochten den Forscher am meisten, wenn sie ihn dem Gefallen tun konnten, ihm das Geld zurückzugeben. Am wenigsten mochten sie ihn dagegen, wenn sie das Geld behalten durften.

Daraus schlossen die Forscher, dass wir jemanden mehr mögen, wenn wir ihm oder ihr einen Gefallen tun. Die Forscher vermuten, dass der Benjamin-Franklin-Effekt auf kognitiver Dissonanz basiert: Es fällt uns schwer, mit uns zu vereinbaren, dass wir jemanden einem Gefallen tun und diese Person hassen — also nehmen wir an, dass wir sie mögen.

Wir nehmen an, dass uns Leute nach Hilfe fragen, weil sie unsere Freunde sein wollen

Eine andere Psychologin führte zu diesem Thema eine ähnliche, kleine Studie in den Vereinigten Staaten und Japan durch. In beiden Ländern mochten die Teilnehmenden andere Personen, die angeblich an der gleichen Aufgabe arbeiteten, mehr, wenn diese sie um Hilfe baten. Interessanterweise trat dieser Effekt nicht auf, wenn der Forscher sie aufforderte, dieser Person zu helfen.

Die Psychologin hinter der Studie, Yu Niiya von der Hosei University in Tokio, vermutet daher, dass der Benjamin-Franklin-Effekt keine Folge von kognitiver Dissonanz ist. Sie glaubt stattdessen, dass die Person, die um Hilfe gebeten wird, spüren kann, dass sich die Hilfe suchende Person mit ihr anfreunden will — und daher die positiven Gefühle gern erwidert.

Das Phänomen nennt sich „reziproke Zuneigung“ und beschreibt die Tendenz, Menschen zu mögen, die uns mögen. Das heißt: Ihr könnt Leute dazu bringen, euch zu mögen und euch einen Gefallen zu tun, wenn ihr ihnen vorher helft. Dieses Prinzip lässt sich in verschiedenen Situationen anwenden, zum Beispiel beim Dating oder am Arbeitsplatz.

 

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Quelle