Die meisten Chefs glauben, sie hätten einen Finger am Puls ihrer Mitarbeiter. Doch weit gefehlt. Oft liegen sie mit ihren Einschätzungen komplett daneben. Bei den Erwartungen, die ihre Mitarbeiter an den Job haben. Und vor allem bei ihrer Selbsteinschätzung.  Das US-amerikanische National Business Research Institute hat fünf klassische Mythen zusammengestellt, an die viele Bosse noch immer glauben.

Mythos 1: das liebe Geld

Keine Frage, jeder geht zur Arbeit, um Geld zu verdienen. Denn mit dem Gehalt bezahlt man seine Miete, den Urlaub und gönnt sich ein wenig Luxus. Aber reicht das, um jeden Morgen voll motiviert bei der Arbeit zu erscheinen? Kurze Antwort: Nein! Nur weil am Ende des Monats alle Rechnungen bezahlt sind, macht der Job noch lange nicht Spaß. Die meisten Angestellten sehnen sich nach einer Arbeit, die sie erfüllt, die Sinn macht, die sie fordert. Dafür bringen sie sich gerne ein. Im Gegenzug erwarten sie Vertrauen und eine faire Behandlung. Viele Vorgesetzte glauben aber immer noch, dass Geld der größte Motivator ist – und vernachlässigen so die Bedürfnisse der Mitarbeiter.

Mythos 2: der unsichtbare Boss

Eigentlich klingt es ganz entspannt. Der Boss kommt irgendwann, setzt sich in sein Büro und verschwindet am Abend wieder in den Feierabend. Die Mitarbeiter lässt er schalten und walten. Sie wissen ja, was zu tun ist. In der Praxis ist dieses Modell selten erfolgreich. Der Chef muss wie ein Regisseur am Set präsent sein. Es reicht nicht, nur das Drehbuch mit den Dialogen zu verteilen. Er muss führen, erklären, kritisieren und loben. Und er braucht einen Draht zu seinen Mitarbeitern, eine Antenne. Er muss sie fordern und noch mehr fördern. Mitarbeiter, die vollkommen auf sich allein gestellt sind, geraten schnell ins Straucheln. Sie vermissen die Führung, die – der Name sagt es schon – eine Führungskraft ausüben sollte.

Mythos 3: der Mir-doch-egal-Mitarbeiter

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es, den meisten Arbeitnehmern sei es egal, wie ihr Unternehmen dastehe, Hauptsache am Ende des Monats wird das Gehalt bezahlt. Das stimmt nicht. Laut einer Umfrage des Wall-Street-Journals gaben drei Viertel der Befragten an, eine große Motivation für ihre Arbeit sei es, sich für die Firma einzusetzen, Überstunden inklusive. Sie wollen Teil einer Erfolgsgeschichte sein und sind stolz darauf, in einem erfolgreichen Unternehmen zu arbeiten. Wichtig ist dabei, dass ein besonderer Einsatz auch registriert und belohnt wird. Und wenn es nur durch ein ehrlich gemeintes „Danke“ ist.

Mythos 4: die erkaufte Loyalität

Viele Chefs glauben, ein gutes Gehalt bindet Mitarbeiter auf ewig an eine Firma. Das war einmal. Die Zeiten haben sich geändert. Und mit ihr die Möglichkeiten. Selbst der beste Chef, der gut zahlt und sein Team wertschätzt, muss damit rechnen, dass seine Leute ihn irgendwann verlassen. Warum? Weil sie es können. Der Arbeitsmarkt gibt das her und viele sehnen sich nach neuen Herausforderungen oder einfach einem Ortswechsel. Kein Chef sollte das persönlich nehmen.

Mythos 5: die 9-to-5-Lüge

Wer im Büro ist, der arbeitet. Oder umgekehrt: Wer nicht im Büro ist, der faulenzt. Es gibt ihn immer noch, den Typ „Glucke“ im Eckbüro mit Panoramasicht. Den Chef, der der guten alten Stechuhr nachtrauert. Präsenz wird mit Produktivität gleich gesetzt, Anwesenheit mit Engagement. Dabei belegen diverse Studien, dass flexibles Arbeiten in den meisten Fällen zu einem Anstieg der Produktivität führt. Was die Zeit anbelangt, und den Ort. Jeder Mensch tickt anders. Und jeder Mensch arbeitet anders. Wer seinen Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, herauszufinden, was für sie der beste Arbeitsmodus ist, wird es nicht bereuen.

 

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