So gewinnen Sie mit gewaltfreier Kommunikation und Rhetorik, ohne zu siegen

In der heutigen dynamischen und von Unsicherheit geprägten Zeit der Corona-Pandemie kann man vielerorts eine zunehmend aggressive Rhetorik und Kommunikation wahrnehmen: in Talkshows, Interviews, in der Politik und den sozialen Medien.

Viele meinen, dass sie auf diese Weise mehr erreichen und sich besser durchsetzen können. Dies ist jedoch ein fataler Irrglaube, da niemand gegen seinen Willen nachhaltig überzeugt werden kann. Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie Ihren Gesprächs- oder Verhandlungspartner im wahrsten Sinn des Wortes niederringen und besiegen, da ein derartiges Ergebnis niemals nachhaltig ist, sondern vielmehr einen „Pyrrhussieg“ darstellt. Der Ausdruck geht auf König Pyrrhos I. von Epirus zurück, welcher zwar die Römer in der Schlacht bei Asculum in Süditalien 279 v. Chr. besiegte aber so schwere Verluste hinnehmen musste, dass seine Armee auf Jahre hinaus geschwächt war und schließlich den Pyrrhischen Krieg verlor.

Über den Experten

Prof. Dr. Marc Oliver Opresnik ist Professor für BWL an der Luebeck University of Applied Sciences. Er zählt mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung als Trainer, Bestseller-Autor und Berater zu den renommierten Spezialisten für Marketing, Strategisches Management und Verhandlungsführung.

Kunst der Gesprächsführung: ergänzen statt korrigieren

Ein Beispiel: „Sie haben soeben einen wichtigen Punkt genannt, aber wir sollten vielmehr bedenken, dass…“. Dieses „aber“ im Nebensatz hebt stets die Aussage im Hauptsatz auf, wodurch sich der Verhandlungspartner in seinem Selbstwertgefühl angegriffen fühlt.

Eine Möglichkeit intelligenter zu kommunizieren ist, das Wort „aber“ durch das Wort „und“ zu ersetzen. Damit anerkennen Sie die Position Ihres Verhandlungspartners und fügen Ihre Position oder Meinung als Ergänzung an seine Position an, statt diese zu korrigieren und damit sein Selbstwertgefühl anzugreifen. Die Kunst der Gesprächsführung besteht in diesem Zusammenhang darin, das Bedürfnis Ihres Verhandlungspartners zu finden und Ihre Problemlösung diesem Bedürfnis anzupassen. Formulieren Sie daher alles, was Sie dem anderen bieten können mit einem Fokus auf seine Interessen. So schrieb schon der amerikanische Industrielle Henry Ford (1863-1947), Gründer des Automobilherstellers „Ford Motor Company“, dass das größte Geheimnis des Erfolges in der Fähigkeit besteht, den Standpunkt des anderen zu erkennen und die Dinge von seinem Blickwinkel aus zu betrachten.

Gewaltfreie Kommunikation

Dies ist die Grundlage der von dem US-Psychologen Dr. Marshall B. Rosenberg begründeten „Gewaltfreien Kommunikation“. Diese von ihm entwickelte Methode hat sich als wichtiges Werkzeug herausgestellt, um Konflikte auf persönlichem, beruflichem und politischem Gebiet zu lösen. Die Gewaltfreie Kommunikation gibt dabei Antworten auf die Fragen:

  • wie man bei unterschiedlichen Vorstellungen und Meinungen in wertschätzendem Kontakt bleiben kann
  • wie man in Konfliktsituationen aufrichtig, echt und gleichzeitig verbindend agieren kann
  • wie man in herausfordernden Lebenslagen in sich selbst die Potenziale finden kann, die neue Wege ermöglichen

Schlüssel zu idealer Kommunikation: Empathie

Die Gewaltfreie Kommunikation ist eine Kommunikations- und Konfliktlösungsmethode, welche die tieferliegenden Bedürfnisse aller am Konflikt Beteiligten aufzuspüren und zu berücksichtigen versucht, um auf diese Weise eine nachhaltige Auflösung der Konflikte herbeizuführen. Rosenberg bezeichnet die Gewaltfreie Kommunikation auch als “language of the heart“ oder “Giraffensprache“, weil die Giraffe das Landtier mit dem größten Herzen ist.

Wer gelernt hat, auf diese Weise zu kommunizieren, erlebt im Laufe eines Gesprächs oder einer Verhandlung viele positive Veränderungen, z. B. ein verbessertes Verständnis auf beiden Seiten, Transparenz von Bedürfnissen, Absichten und Motiven, so dass eine Abwehrreaktion oder gar Aufbau von Aggression weitestgehend vermieden wird.

Grundvoraussetzung für verbindende Kommunikation ist die Empathie. Um Empathie sowohl für uns selbst als auch für andere entwickeln zu können, brauchen wir eine andere Sprache als die „Wolfsprache“, wie Rosenberg sie nennt. Diese führt oftmals zu Trennung, Rückzug, Abbruch von Verbindungen, Abtrennung von den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. Die Gewaltfreie Kommunikation hilft, sich ehrlich auszudrücken sowie empathisch zuzuhören und dient dem Aufbau von ehrlichen Beziehungen.

Wünschen Sie sich manchmal, dass Kommunikation einfacher wäre? Gewaltfrei zu kommunizieren kann dabei helfen und wir unterstützen Sie sogar dabei! www.eckert-seminare.ch – Für mehr Erfolg!

Quelle